Name:Erich Daniel Schöffenhauer und weitere 240 weitere Anfrager 
Frage:

Liebe Redaktion ASL,

in Ihrem Merkblatt 4 schreiben Sie, dass Instandhaltungsarbeiten und Prüfergebnisse von Atemschutzgeräten sicher zu dokumentieren sind. Muss ich das unbedingt auf elektronisch gestützten und digitalisierten Gerätekarten ausführen oder kann ich das auch noch auf  bisher üblichen Handkarten ausführen? Woher bekomme ich heute noch solche Hardware?

Hallo Herr Schöffenhauer, 

 

Die Sicherheit der feuerwehrtechnischen Ausrüstung ist ständig zu gewährleisten. Viele Quellen beinhalten dazu Vorschriften und Festlegungen. So müssen die Hersteller z. B. im Rahmen ihrer Produkthaftung eine detaillierte Prüf- Wartungs- und Bedienungsanleitung vorgeben. Weitere Festlegungen enthalten u.a. Gerätesicherheitsgesetz, technische Richtlinien, DIN und DIN-EN Normen und Unfallverhütungsvorschriften. Man kann z. B. der DGUV Grundsatz          305-002 „Prüfgrundsätze für Ausrüstung und Gerät der Feuerwehr“ entnehmen, das für Ausrüstungen und Geräte der Feuerwehr regelmäßige Prüfungen vorgeschrieben sind. Das gleiche gilt nach DGUV R 112-190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“ für Atemschutzausrüstungen der Feuerwehr oder dem industriellen Bereich. Prüfparameter, Zeitpunkt der Prüfung, Prüfablauf, Bewertung der Ergebnisse, Prüfverantwortlicher und Prüfungsdurchführender liegen also fest. Auch ist klar, dass Instandhaltungsarbeiten und Prüfergebnisse von Atemschutzgeräten sicher zu dokumentieren und nachweisbar  sowie sicher aufzubewahren sind (siehe:  www.atemschutzlexikon.de/?id=2167) Dafür müssen: 

  • die Instandhaltungen und Ergebnisse der Prüfungen von Atemschutzgeräten sicher vor Fälschungen, Manipulation oder Missbrauch in Prüfprotokollen gespeichert werden 
  • die prüfberechtigte  Atemschutzgerätewarte nach jeder Prüfung eines  Atemschutzgerätes dessen Prüfergebnisse sicher vor Fälschung, Missbrauch und Manipulation in einem Prüfprotokoll dokumentiert
  • die Prüfprotokolle mit den Aufzeichnungen der Instandhaltungen, Prüfungen und Prüfbescheide mindestens während der gesamten Verwendungsdauer der Atemschutzgeräte aufbewahrt werden, wenn der Hersteller der Atemschutzgeräte keine anderen Vorgaben erteilt 
  • die Prüfprotokolle geführt entweder:
  1. händig, mit Hilfe von vorgedruckten Gerätekarten oder 
  2. elektronisch, mittels Computer des Prüfgerätes oder separatem PC. 

Derartige Gerätekarteien sind nicht form- oder medieumgebunden. Sie können in Form eines Karteikartensystem als Hardware, aber auch als Software gestützte Version genutzt werden.  Die hier im atemschutzlexikon.de vorgestellte Gerätekartei für die Atemschutzausrüstung ermöglicht ihrem Nutzer die manuelle Erfassung aller erforderlichen Geräte- und Geräteprüfdaten. Damit sichert deren Nutzung die händische Niederschrift aller Daten  übersichtlich, leicht erfass- und nachvollziehbar. Sie dient gleichzeitig als exakter Prüf- und Lagernachweis. Gern können Sie diese Karten, auch kostenfrei, übernehmen. Sollte Bedarf bestehen, kann auch eine digitale Version individuell bereit gestellt werden. 

 

Dipl. Ing. Wolfgang Gabler

Quelle:  W. Gabler, R. Friedrich „Gerätekartei Feuerwehr“ , Boorberg Verlag